Flüchtlingsgedichte
Die Hälfte des Lebens
Die Reisen der Flüchtlinge
gehen heute Richtung Nordwest.
Zurück lassen sie ihr halbes Leben
und rennen blind in die Schwerter
der Samariterwelt.
Mit den Wolken, die niemand aufhält,
überschreiten die Himmelsstürmer
unter ihnen die Grenze
zur unendlichen Freiheit
und stehen bald rat- und hilflos
vor einer zerschossenen Wolkengabelung.
Dort stehen sie noch heute und warten
auf den Bau einer Umgehungsstraße
in die unendliche Freiheit,
für die Hälfte des Lebens,
die sie noch haben.



